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Die Wiesenburg

22.03.2021

Die Wiesenburg in den 70er Jahren

Hier auf der Wiesenburg wird seit ein paar Jahren im großen Stil gebuddelt. Die degewo hatte das Gelände – nach langem Rechtsstreit – übernommen. Damit fand unsere Selbstverwaltung ein Ende. Zumindest bis dahin war dieser Ort ein Paradies für Kulturschaffende. So haben wir immer darauf geachtet kleinere Handwerksbetriebe und Künstler auf die Wiesenburg zu holen – ein bezahlbarer Platz für Kreative!

Nach der Übernahme der degewo musste ein kleines Stück „Grüne Lunge“ im Wedding – unser großer, wilder Garten hinter dem Haus – einem Neubaukomplex weichen. Immerhin konnten alle damaligen Mieter – sowohl im Wohnhaus, als auch im Gewerbebereich – auf dem Areal bleiben. Es wurde eine Genossenschaft gegründet, die, wenn alles gut läuft, die Bewirtschaftung der Wiesenburg übernehmen wird – die Verhandlungen über einen Pachtvertrag sind am laufen.

Heather Allen, Bildhauerin, hat sich die Mühe gemacht und ein wunderbares Buch geschrieben, welchen einen tollen historischen Einblick in die Entwicklung der Wiesenburg gibt. Das Buch ist hier erhältlich: http://diewiesenburg.berlin/shop/.

Ich habe ein paar alte Filme von mir wieder entdeckt und entwickelt. Jetzt nach so langer Zeit kommen mir die Bilder wie ein Schatz vor. Jede Menge Erinnerungen kommen da wieder ans Tageslicht. Das Wohnhaus zumindest hat sich äußerlich nicht sehr verändert…..

Die Wiesenburg in den 2000er Jahren

Als es sich abzeichnete, dass der Senat sich das Gelände aneignen wird, habe ich die Zeit genutzt nochmal den ganzen Charme der noch erhaltenen ruinösen Teile fotografisch zu dokumentieren. Nicht ganz ungefährlich war die Wiesenburg auch immer eine Location um Bilder zu machen, bzw. Filme zu drehen. So wurden in diesem Bereich unter anderem Teile von „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931) von Fritz Lang gedreht. Ebenso fanden hier Aufnahmen für „Die Blechtrommel“ (1979) von Volker Schlöndorff statt. Mario Adorf und die Bennents bei uns auf der Couch – ist schon eine Erinnerung wert! Ich kann mich auch noch an „Tadellöser und Wolff“ (1975) und „Ein Mann will nach oben“ (1978) erinnern. Tja, der Juhnke. Ach ja, „Lili Marleen“ (1981) von Fassbinder haben auch einige Szenen hier gedreht.

Die Bilder sind Anfang der 2000er entstanden. Eine Zeit, in der ich mit verschiedenen Techniken experimentiert hatte, z.B. wie hier, mit HDR. Auch wenn ich das heute nicht mehr so machen würde, haben die Bilder doch einen besonderen Reiz für mich.

Die Wiesenburg aktuell

Zur Zeit haben wir auf der Wiesenburg immer noch 8 Mietparteien im Wohnhaus und auch die Künstler und Handwerker sind noch hier und kämpfen für den Erhalt der Wiesenburg. Trotz leidiger Baustelle und täglichem Lärm und Dreck möchte hier keiner weg – in der Hoffnung auf die wiederkehrende Ruhe und Idylle. Dann werden hier auch bald wieder kleine Konzerte stattfinden und die Kultur im Wedding kann wieder aufatmen.

 

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